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Rentiere im verschneiten Wald in Lappland im ersten Tageslicht

Rentiere in Lappland: Farmbesuch, Schlittenfahrt und was es kostet

Aktualisiert am 5. Oktober 2026.

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Die Rentiere, die mitten auf der Straße stehen und sich nicht vom Fleck rühren, sind kein Wild. Fast jedes Tier in Finnisch-Lappland gehört jemandem, trägt eine Kennzeichnung im Ohr und lebt halbwild im Wald. Deshalb triffst du Rentiere nicht im Zoo, sondern auf dem Hof einer Züchterfamilie. Für ein oder zwei Stunden schaust du dort bei der Arbeit zu.

Für Besucher gibt es drei Varianten:

  • kurzer Fütterbesuch: ab 35 €
  • Farmbesuch mit Schlittenfahrt: etwa 125 bis 139 € pro Erwachsenem
  • Zeit bei einer Sámi-Familie, bei der die Herde und die Geschichten im Mittelpunkt stehen

Welche davon zu dir passt, hängt weniger vom Budget ab als davon, was du eigentlich sehen willst.

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Fütterbesuch, Schlittenfahrt oder Sámi-Familie

Der kurze Fütterbesuch ist die vernünftigste Wahl für Familien mit kleinen Kindern und für jeden, der einfach nur die Tiere sehen will. Du stehst eine Stunde im Gehege, fütterst, machst Fotos und bist wieder weg. Ab 35 € kommst du nirgends günstiger wirklich nah an ein Rentier heran.

Der Farmbesuch mit Schlittenfahrt dauert länger und kostet entsprechend mehr. Kaffee am Feuer ist dabei meist eingerechnet. Das ist das Standardprogramm in Rovaniemi und Levi.

Die dritte Variante ist der Besuch bei einer Sámi-Züchterfamilie, etwa in der Gegend um Inari. Dort ist die Schlittenfahrt nur Beiwerk. Was du mitnimmst, sind die Erklärungen zur Herde, zum Jahresrhythmus und zu dem, was Rentierwirtschaft heute für eine Familie bedeutet.

Tipp vom Einheimischen: Wenn am Straßenrand ein Rentier steht, stehen meist noch fünf weitere im Wald daneben. Hupen bringt nichts, die Tiere kennen Autos und haben keine Eile. Geh vom Gas, warte kurz, fahr weiter. Auf dunklen Straßen im Dezember musst du damit rechnen. Nach einer Kollision fragen Versicherungen dann genau nach.
Was ein Besuch kostet in Lapland, Finland

Was ein Besuch kostet

Die Zahlen stammen aus der Saison 2025/26. Die Preise für 2026/27 kommen im Laufe des Herbstes, prüf also die aktuellen Angaben beim Veranstalter.

AngebotErwachseneKinder
Kurzer Fütterbesuchab 35 €oft reduziert, je nach Hof
SieriPoro Safaris: Farmbesuch mit Schlittenfahrt139 €95 €
Santa Claus Reindeer: Farmbesuch mit Schlittenfahrt125 €85 €

Die üblichen Programme laufen über eine oder zwei Stunden. Ob ein Hoteltransfer dabei ist, steht in der Programmbeschreibung. Bei den großen Veranstaltern ist er üblich, zum kleinen Hof fährst du dagegen oft selbst. Zwei Erwachsene und zwei Kinder zahlen für das große Programm, zum Einzelpreis gerechnet, 468 € bei SieriPoro Safaris und 420 € bei Santa Claus Reindeer. Da lohnt sich die Frage, ob nicht der Fütterbesuch genügt.

Wie so ein Besuch abläuft

Du kommst an, bekommst eine Handvoll Futter und gehst ins Gehege. Rentiere sind weder zahm noch scheu, sondern berechnend. Solange du Futter in der Hand hast, kommen sie dicht heran. Ist es weg, drehen sie sich wieder ab. Kinder finden genau das lustig.

Danach folgt bei den größeren Programmen die Schlittenfahrt, meist eine Runde durch den Wald hinter dem Hof. Zum Schluss sitzt du in der kota (einem Zelthaus mit offener Feuerstelle) bei Kaffee und Saft. Manchmal gibt es ein Stück leipäjuusto (Brotkäse, der in der Pfanne quietscht) dazu. Dort erzählt der Züchter, wie viele Tiere die Familie hat, wo die Herde im Sommer steht und was im Winter Arbeit macht. Bei kleinen Familienbetrieben ist dieser Teil oft der beste des ganzen Vormittags.

Tipp vom Einheimischen: Frag den Züchter, ob er dir sein Ohrzeichen zeigt. Jede Familie hat ein eigenes Muster aus Schnitten im Ohr des Tieres, das im Register eingetragen ist und über Generationen weitergegeben wird. Daran erkennt ein Züchter sein Tier auch mitten in einer fremden Herde. Auf diese Frage bekommen die meisten Besucher eine viel längere Antwort, als sie erwartet haben.
Schlittenfahrt oder nur Farmbesuch? in Lapland, Finland

Schlittenfahrt oder nur Farmbesuch?

Eine Rentierschlittenfahrt ist langsam. Das Tier geht im Schritt, der Schlitten knirscht über den Schnee, und außer dem eigenen Atem hörst du nichts. Wer Tempo erwartet, wird enttäuscht. Suchst du Stille, ist das genau richtig.

Die Runde auf dem Hofgelände ist kurz, die Zeit steckt im Füttern und im Kaffee danach. Fahrten weiter in den Wald gibt es als eigene Programme. Für Kinder unter sechs ist die Fahrt oft der schwächere Teil: Sie sitzen eingepackt im Schlitten, sehen einen Rentierrücken und frieren schnell. Füttern und Streicheln kommt bei dieser Altersgruppe besser an.

Willst du Tempo, Lärm und das Gefühl, selbst gelenkt zu haben, buch eine Husky-Tour. Die beiden Programme konkurrieren nicht miteinander, sie sind grundverschieden. Viele machen am selben Tag beides.

Füttern: wie nah du wirklich kommst

Du kommst so nah, dass ein Rentier an deinem Ärmel schnuppert. Das Futter bekommst du vom Züchter, bring nichts Eigenes mit. Streicheln ist meist erlaubt, am Hals und an der Schulter, nicht am Kopf und nicht am Geweih. Ein Geweih ist im Winter hart und unempfindlich, die Tiere mögen es aber nicht, dort angefasst zu werden.

Tritt nicht hinter die Tiere. Rennen und Schreien treibt die Herde in die Ecke des Geheges. Rentiere sind keine Pferde, sie haben keinen Umgang mit Menschen gelernt, der über Füttern hinausgeht. Wenn dein Kind ruhig stehen bleibt und die Hand flach hält, kommt das Tier von selbst.

Sámi-Familienbetrieb oder Touristenhof in Lapland, Finland

Sámi-Familienbetrieb oder Touristenhof

Ein Punkt, den Reiseprospekte gern verwischen: nicht alle Rentierzüchter in Finnland sind Sámi. Rentierwirtschaft darf in Finnland jeder EU-Bürger mit Wohnsitz im Rentierwirtschaftsgebiet betreiben. Die meisten Züchter im Süden Lapplands, also auch rund um Rovaniemi, sind finnische Familien ohne samischen Hintergrund. Das macht ihre Höfe nicht weniger echt. Es heißt nur, dass ein Besuch dort kein samisches Kulturerlebnis ist, auch wenn ein Zelt und eine Trommel im Programm auftauchen.

Samische Züchterfamilien findest du weiter nördlich, vor allem im Gebiet um Inari und Ivalo. Dort erzählt jemand von seiner eigenen Familie und nicht eine angelernte Geschichte. Der Unterschied fällt sofort auf.

Willst du dich einlesen, geh ins Museum Siida in Inari, bevor du auf den Hof fährst. In dieser Reihenfolge nimmst du deutlich mehr mit. Eins noch zur Planung: Inari liegt 330 km von Rovaniemi entfernt, gut vier Stunden Fahrt. Als Tagesausflug funktioniert das nicht.

Tipp vom Einheimischen: Fotos von Tieren, Schlitten und Landschaft sind überall in Ordnung. Fotos von Menschen in der gákti (der samischen Tracht) nicht automatisch: frag kurz, bevor du die Kamera hebst. Und spar dir die Frage, ob das alles „echt“ sei. Für die Familie, die dir gegenübersitzt, ist es der Beruf und keine Vorstellung.

Wem die Rentiere gehören und warum sie halbwild leben

Die Tiere laufen das Jahr über frei im Wald und auf den Fjälls. Ihr Besitzer sammelt sie zweimal im Jahr ein, zur Kennzeichnung der Kälber im Sommer und zur Zählung und Trennung im Herbst. Nur ein kleiner Teil der Tiere wird gezähmt, zum Ziehen und für den Umgang mit Besuchern. Der Rest sieht einen Menschen an ein paar Tagen im Jahr.

Praktisch heißt das: Was du im Gehege triffst, ist die zahme Minderheit. Wer wilde Rentiere in Herden über einen Fjäll ziehen sehen will, braucht Glück, Zeit und ein Auto, kein Ticket. Außerdem läuft die Saison nicht das ganze Jahr durch, weil die Züchter im Frühling anderes zu tun haben:

  • Schlittenfahrten: Dezember bis März, dafür braucht es tragfähigen Schnee
  • Farmbesuch und Füttern: bei den meisten Höfen das ganze Jahr
  • Ende März und April: einzelne Höfe schließen wegen der Kalbzeit
  • Mai: praktisch kein Programm, in Lappland ist Schlammsaison

Im Dezember buchst du die Hofprogramme in Rovaniemi besser früh. Im Februar und März, der klassischen Reisezeit aus dem deutschsprachigen Raum, ist die Lage entspannter, und der Schnee liegt tiefer.

Anbieter nach Ort

OrtAnbieterWas ihn ausmacht
RovaniemiSieriPoro SafarisZüchterfamilie seit dem 19. Jahrhundert
RovaniemiPorohakakleiner Familienhof außerhalb der Stadt
InariPaadar-Familienhofsamisch geführt, Schwerpunkt Kultur
InariRenniinasamisches Rentierprogramm
LeviNorthern Lights Village LeviRentiererlebnisse im Programm
SaariselkäNorthern Lights Village SaariselkäRentiergehege direkt am Haus

Die großen Veranstalter wie Lapland Safaris bieten ebenfalls Rentierprogramme an. Was genau enthalten ist, etwa ein Hoteltransfer, steht in der jeweiligen Tourbeschreibung. Die aktuellen Termine und Höfe stehen bei Visit Rovaniemi und für den Norden bei Visit Inari-Saariselkä.

Übernachten, wo die Rentiere sind

Wie ich recherchiert habe

Für diese Seite habe ich im März 2026 die Preislisten und Programmbeschreibungen der genannten Höfe und Veranstalter durchgesehen, dazu die Seiten von Visit Rovaniemi, Visit Inari-Saariselkä und Visit Finland. Ich habe keine dieser Touren selbst gebucht: Das ist ein recherchierter Vergleich, kein Erfahrungsbericht. Preise und Saisonzeiten ändern sich jährlich, prüf sie also vor der Buchung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Was kostet ein Rentierfarm-Besuch in Lappland?

Ein kurzer Fütterbesuch beginnt bei 35 € pro Person. Ein Farmbesuch mit Schlittenfahrt kostet bei SieriPoro Safaris 139 € für Erwachsene und 95 € für Kinder, bei Santa Claus Reindeer 125 € und 85 €. Die Zahlen stammen aus der Saison 2025/26.

Wann kann man mit dem Rentierschlitten fahren?

Von Dezember bis März, weil der Schlitten Schnee braucht. Farmbesuche und Füttern gibt es bei den meisten Höfen das ganze Jahr. Ende März und im April schließen einzelne Betriebe wegen der Kalbzeit, und im Mai läuft fast nichts.

Sind alle Rentierzüchter in Finnland Sámi?

Nein. Rentierwirtschaft darf jeder EU-Bürger mit Wohnsitz im Rentierwirtschaftsgebiet betreiben, und die Höfe rund um Rovaniemi werden überwiegend von finnischen Familien geführt. Samisch geführte Betriebe findest du vor allem im Norden um Inari und Ivalo.

Darf man Rentiere füttern und streicheln?

Füttern ja, mit dem Futter, das dir der Züchter in die Hand gibt. Streicheln ist am Hals und an der Schulter meist erlaubt, am Kopf und am Geweih nicht. Bring kein eigenes Futter mit und tritt nicht hinter die Tiere.

Lohnt sich die Schlittenfahrt mit kleinen Kindern?

Bei Kindern unter sechs oft weniger als das Füttern. Die Fahrt ist langsam und still, das Kind sitzt eingepackt im Schlitten und friert schnell. Der kurze Fütterbesuch ist für diese Altersgruppe die bessere und günstigere Wahl.

Lieber mit Tempo? Husky-Tour in Lappland

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Frag einen Finnen. In der Facebook-Gruppe Lapland Trip Planning: Finland vergleichen Leser Termine, Orte und echte Preise für den kommenden Winter. Die Gruppe ist auf Englisch.

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